Der Oberstedter Apfelpark

  Seit mehr als 8 Jahren hat Oberstedten etwas ganz besonderes, nämlich einen Apfelpark. Die kleine Wiesenfläche war ursprünglich mit Laubbäumchen bepflanzt worden, als der Ortseingang im Zusammenhang mit der Erstellung eines öffentlichen Parkplatzes neu gestaltet wurde. Die kleinen Ahörner und andere Laubbäumchen gingen aber bald ein. Oberstedter Politiker und der Vereinsring hatten die Idee, mit einem Apfelpark an die vielen Streuobstwiesen zu erinnern, die früher um ganz Oberstedten herum verteilt waren und bewirtschaftet wurden. Gleichzeitig sollte auch etwas für den Erhalt alter Apfelsorten getan werden. Die Idee wurde mit Hilfe vieler Spender und Kennern alter Apfelsorten schnell umgesetzt. Auf einem Findling erinnert eine Bronzetafel an die hilfsbereiten Spender.
Obwohl der kleine Park direkt an der Straße am Ortseingang gegenüber dem neuen REWE-Markt liegt, ist der Apfelpark nicht nur ein kleines ökologisches Refugium, sondern auch ein pädagogisch nutzbares Kleinod. Hier können Groß und Klein ein Gefühl für die Vielfalt der Natur und unser bestes und gesündestes Obst finden (Sprichwort: “One apple a Day keeps the doctor away” – Ein Apfel am Tag erspart den Doktor).
Hier findet man fast 30 Apfelbäume. In der Mitte (Nr. 12) steht ein heute seltener Speierling, der kein Apfelbaum sondern eine Ebereschenart ist. Aber die kleinen birnenförmigen Früchte wurden immer schon dem Apfelwein zugesetzt, um ihn klarer und haltbarer zu machen und ihm geschmacklich den letzten Kick für echte Liebhaber des Äpplers  zu geben.
Vor dem Apfelpark feiern Vertreter aus der Politik, den Vereinen und interessierte Bürger Ende April immer das Apfelblütenfest mit Grillwürstchen und Getränken, wobei ein guter Apfelwein nicht fehlen darf. Manchmal wurden im Apfelpark auch schon Baumschnittkurse für Hobbygärtner durchgeführt.
Allerdings kann nicht jeder die Apfelbäume einfach abernten. Aber niemand hat etwas dagegen, wenn ein besonders schöner Apfel, der einen bei einem Besuch des Apfelparks im Herbst anlacht, probiert wird.
Neben Bänken zum Ausruhen findet man auch ein geschichtsträchtiges Stück der Berliner Mauer zum Gedenken an den Mauerfall am 9. November 1989 und die Wiedervereinigung Deutschlands mit dem Ende des Kalten Krieges (vor Baum Nr. 25).
Auch der “Stedter Wetterstein” wird gerne besucht, denn er bestimmt für den Betrachter zuverlässig das Stedter Wetter, zumindest das aktuelle (vor Baum Nr. 28).
Natürlich sind die besten Zeiten zum Besuch des Apfelparks Ende April bis Mitte Mai, wenn die Apfelbäume blühen oder im Herbst ab Mitte September, wenn die Bäume ihre Früchte tragen.

Die Karte und die Infoleiste unten helfen, die verschiedenen Apfelsorten zu bestimmen und kurze Informationen dazu zu bekommen.


Alte Apfelsorten im Oberstedter Apfelpark

Infos über die Bäume:

 

Baum 1
Baum 2
Baum 3
Baum 4
Baum 5
Baum 6
Baum 7
Baum 8
Baum 9
Baum 10
Baum 11
Baum 12
Baum 13
Baum 14
Baum 15
Baum 16
Baum 17
Baum 18
Baum 19
Baum 20
Baum 21
Baum 22
Baum 23
Baum 24
Baum 25
Baum 26
Baum 27
Baum 28
Baum 29
◊ Dülmener Herbstrosenapfel ◊  >> Tafelapfel, um 1870 bei Dülmen/Westfalen gefunden, Pflückreife Mitte September, genussreif bis Mitte November, saftig mit aromatisch milder Säure
◊ Zuccalmagliorrenette ◊  >> Tafelapfel, Züchtung in Grevenbroich 1878, pflückreif Oktober, genussreif November bis Februar, feinwürziges Aroma
◊ Gelber Edelapfel ◊  >> Back- und Dessertapfel/Küchenapfel, Zufallssämling aus England 1820, pflückreif Ende September, genussreif bis Januar, feinwürzige bis kräftige Säure, reich an Vitamin C
◊ Danziger Kantapfel ◊  >> auch Schwäbischer Rosenapfel oder Liebesapfel,  Tafelapfel, druckempfindlich, sehr alte Sorte unbekannter Herkunft, schon 1760 beschrieben, pflückreif Ende September, genussreif bis Dezember, saftig, säuerlich
◊ Hauxapfel ◊  >> Wirtschaftsapfel/Fallobst zur weiteren Verarbeitung als Kelterapfel, 1920 aus Roter Trierer Weinapfel gezüchtet, pflückreif ab Mitte Oktober, lager- und verarbeitungsfähig bis März, wenig saftig und fest, später mürbe mit fruchtigem hohen Säuregehalt
◊ Gravensteiner ◊  >> Tafelapfel, Brennfrucht, Herkunft unklar, seit 1669 bekannt, pflückreif Anfang September, haltbar bis November, hervorragender Geruch, edelaromatisch
◊ Ananasrenette ◊  >> Tafelapfel im Hausgarten, seit 1840 bekannt, pflückreif Ende Oktober, genussreif Februar bis Mai, säuerlich-süß, wenig aromatisch
◊ Ditzels Rosenapfel ◊  >> Wirtschafts-/Kelterapfel, aus Zucht von Marie Ditzel 1890, gefährdete Art (rote Liste), pflückreif ab Mitte Oktober, genussreif von Dezember bis März, saftig und weinsäuerlich 
◊ Gravensteiner ◊  >> Tafelapfel/Brennfrucht, seit 1669 bekannt, pflückreif September, genussreif bis November, edelaromatische Frucht mit starkem Geruch
◊ Gewürzluikenapfel ◊  >> Tafel- und Mostapfel, Zufallssämling von 1885, pflückreif Mitte Oktober, genussreif bis Dezember, süßaromatisch, sehr saftig
◊ Roter Berlepsch ◊  >> Tafelapfel, Züchtung von 1880, pflückreif Ende September, genussreif Januar bis März, sehr saftig, erfrischend, außerordentlich kräftig gewürzt, sehr hoher Vitamin-C-Gehalt
◊ Speierling ◊  >> auch Sporapfel genannt, ist aber kein Apfelbaum (Ebereschenart, wie Vogelbeere), seit der Antike als Nahrungsmittel geschätzt, die Römer sorgten für eine zusätzliche Verbreitung nördlich der Alpen, eine der seltensten Baumarten in Deutschland,  rückläufiger Bestand, wegen seiner im Vorreifezustand gerbstoffreichen Früchte wird der Saft im Frankfurter Raum manchmal bei der Herstellung von Apfelwein in geringen Mengen (bis 3 %) zugesetzt, damit der Apfelwein als...
◊ Goldparmäne ◊  >> Tafelapfel, 1204 in England entstanden, pflückreif Ende September, genussreif Oktober bis Januar, saftig und nussig gewürzt
◊ Rheinischer Krummstiel ◊  >> Tafel-/Wirtschaftsapfel, als Zufallssämling vor 1800 entstanden, pflückreif erst Ende Oktober, genussreif Dezember bis Mai, mäßiges Aroma, das sich erst beim Lagern ausbildet
◊ Rheinische Schafsnase ◊  >> Wirtschafts-/Kelterapfel, aus Hessen-Nassau, pflückreife Oktober, genussreife Dezember bis April, saftig und säuerlich
◊ Anhalterapfel ◊  >> Wirtschafts-/Mostapfel, alte Sorte aus dem Taunus (Hessen-Nassau), in Kronberg gezogen, selten, vereinzelt noch auf Streuobstwiesen, pflückreif Mitte Oktober, genussreif bis März, saftig mit ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis, etwas derb
◊ Gloster 69 ◊  >> Tafelobst, 1951 gezüchtet, kam 1969 in den Handel, pflückreif Ende September, genussreif bis November, säuerlich saftig, in Bioläden noch zu finden
◊ Roter Trierer Weinapfel ◊  >> Kelterapfel, 1872 in Trier erstmalig beschrieben, pflückriefe Dezember, verarbeitbar bis April, kleine Früchte, säuerlich und leicht herb
◊ Goldparmäne ◊  >> Tafelapfel, 1204 in England entstanden, pflückreif Ende September, genussreif Oktober bis Januar, saftig und nussig gewürzt
◊ Cox Orange Renette ◊  >> Tafelapfel, 1825 in USA gezogen, pflückreif Oktober, genussreif bis Januar, feinwürzig und edelaromatisch
◊ Gelber Belle Fleur ◊  >> Tafelapfel, 1750 in den USA gezüchtet, pflückreif Ende Oktober, genussreif November bis März, mäßig saftig, fein gewürzt, bananenartig
◊ Jakob Lebel ◊  >> Tafel-/Wirtschafts-/Mostapfel, 1825 von Jaques Lebel in Frankreich gezüchtet, pflückreif Ende September, genussreif Oktober bis Dezember, sehr saftig, später mürbe und leicht säuerlich, gut für Kuchen geeignet
◊ Roter Berlepsch ◊  >> Tafelapfel, Züchtung von 1880, pflückreif Ende September, genussreif Januar bis März, sehr saftig, erfrischend, außerordentlich kräftig gewürzt, sehr hoher Vitamin-C-Gehalt
◊ Roter Boskoop ◊  >> Tafel-/Wirtschaftsapfel, 1923 im Rheinland entstanden, pflückreif Mitte Oktober, genussreif November bis April, erfrischend süßsauer
◊ Gravensteiner ◊  >> Tafelapfel/Brennfrucht, seit 1669 bekannt, pflückreif September, genussreif bis November, edelaromatische Frucht mit starkem Geruch
◊ Kelsterbacher ◊  auch "Ruhm von Kelsterbach", >> Kelterapfel aus Kelsterbach, fest und sauer, kaum noch Beschreibungen auffindbar
◊ Rheinischer Winterambur ◊  >>Tafel-/Wirtschaftsapfel, alte Sorte aus dem 17. Jh., pflückreif Ende Oktober, genussreif Dezember bis April, mäßig saftig und säuerlich, wenig Aroma
◊ Rheinische Schafsnase ◊  >> Wirtschafts-/Kelterapfel, aus Hessen-Nassau, pflückreife Oktober, genussreife Dezember bis April, saftig und säuerlich
◊ Weißer Klarapfel ◊   >> Tafel-/Wirtschaftsapfel, 1852 aus Lettland gekommen, pflückreif schon Anfang August, nur kurze Zeit haltbar, saftig mit erfrischender Säure und charakteristischem Geruch