Automuseum “Central Garage” und “Horex Museum”

Wer sich für Technik und Industriegeschichte interessiert, sollte einmal die hier vorgeschlagene Technik-Tour unternehmen. Das erste Ziel auf der Tour ist das Automuseum “Central Garage” und anschließend das Horex-Museum in Bad Homburg.

 

Die Central Garage befindet sich auf dem Gebiet des vor Jahrhunderten aufgegebenen Dorfs Niederstedten in einem ehemaligen Opel-Autohaus. Das Autohaus wurde umgebaut und im Sommer 2007 als Automuseum eröffnet. Es wird ein Wechselausstellungskonzept mit jährlich zwei wechselnden Themen pro Jahr verfolgt. Die Themen sind besonders interessant für alle, die sich für Oldtimer und Technikgeschichte interessieren. Bei den bisherigen Ausstellungsthemen wurden deshalb nicht nur Automarken wie Porsche, DKW, Messerschmidt, LLoyd und andere Nachkriegsmarken  behandelt, sondern beispielsweise auch Motorräder und -roller von Vespa aus der Zeit des Wirtschaftswunders und auch die Bad Homburger Motorradmarke Horex.

 

Auch legendäre Autorennen der Kaiserzeit im Taunus und Oldtimer aus der Anfangszeit des Automobils wurden schon thematisiert, zum Beispiel das berühmte Rennen um den Gordon-Bennett-Cup, das 1904 zur Kaiserzeit im Taunus stattfand. Welches Hauptthema auch gerade behandelt wird, ein Museumsbesuch ist für Technik- und Autofans mit Interesse an Geschichte immer empfehlenswert. Es gibt auch beindruckende Ausstellungsstücke und Fahrzeuge, die ständig vorhanden sind.

Zudem gibt es in der Central Garage den Modellautoladen “Homburg Modell”, wo Spezialanfertigungen an Modellautos, Umbauten und auch eine Vielzahl an käuflichen Standardmodellen zu sehen sind. Sonderanfertigungen und Umbauten von Standardmodellen nach Kundenwünschen sind die Spezialität des Geschäftsinhabers und Modellbauers Peter Herbold. In seinem umfangreich sortierten Laden leuchten die Augen der kleinen und großen Modellautofans.

 

Das aktuelle Hauptthema bis zum Herbst 2017 heißt “Frauen geben Gas”. Es behandelt mutige Frauen aus der höheren Gesellschaft und ihre Lebensgeschichten, die alle mit Autos und ihrer Entwicklung von Anfang an bis heute zu tun haben. Es geht um Frauen, die sich schon früh trauten, die neue Autotechnik zu nutzen oder damit Geld zu verdienen, was in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für Frauen sehr ungewöhnlich war und viel Mut und Abenteuerlust erforderte. Am Beispiel von 13 Lebensgeschichten von Frauen werden 100 Jahre Autogeschichte auf 35 Thementafeln mit typischen Fahrzeugen aus der jeweiligen Zeit präsentiert.
Bei der Station der Ausstellung auf dem Foto geht es um die erste Fernfahrt von Bertha Benz im Jahr 1886.

 

Die Central Garage ist Mittwoch bis Sonntag von 12.00 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Über eine kleine Spende freut man sich.

 

Etwa 1,5 km weiter wird im “Horex Museum” (siehe Bild ganz oben) die Entstehungsgeschichte der Horex-Motorräder in der Vorkriegszeit und in der Zeit des Wirtschaftswunders präsentiert. Aber auch die Industriegeschichte von Bad Homburg wird gezeigt. Die Firma Horex produzierte ursprünglich die in Deutschland bekannten REX-Einmachgläser. So entstand der berühmte Motorradname aus HOmburg und REX. Die ungewöhnliche Entwicklung der Firma wird in der Ausstellung gezeigt. Der Schwerpunkt liegt aber auf vielen original Horex-Motorrädern, die sehr gut präsentiert werden, aber leider nicht fotografiert werden dürfen. Schade, denn das ist für Oldtimerliebhaber und Freunde alter Technik ein Teil ihres Hobbys. Aber dafür kann man die Ausstellungstücke sehr nah und rundherum betrachten. Zum Vergleich findet man auch einzelne Motorräder anderer traditioneller Marken unter den Ausstellungsstücken, z.B. von BMW.

Öffnungszeiten des Horex Museums: Mittwoch 10.00 – 14.00 Uhr, Samstag und Sonntag 12.00 – 18.00 Uhr. Der Eintritt in das Museum kostet 2,50 Euro.

Direkt gegenüber vom Horex Museum kann man aktuelle hochmoderne Horex-Motorräder in den Schaufenstern eines Geschäfts bestaunen, den es werden wieder sehr starke und schnittige Maschinen unter dem Label Horex produziert.

 

   ca. 8 km » Die Tour funktioniert am besten am Samstag oder Sonntag zwischen 12.00 Uhr und 16.30 Uhr, weil dann beide Museen geöffnet sind. Sie kann bequem mit dem Fahrrad aber auch als kleine Wanderung unternommen werden. Zuerst geht es durch das Zentrum Oberstedtens durch die Mittelstedter Straße den Stedter Berg hoch bis zur Brücke über die Bundesstraße. Hier fahren wir links nach Osten durch das Mittelstedter Feld bis zum Gebiet des früheren Niederstedtens, was heute auf Bad Homburger Gebiet liegt. An der Kleingartenanlage überqueren wir an der Ampel die Niederstedter Straße und sind schon bei der Central Garage. Nach einem Besuch geht es weiter bis zur Urseler Straße, die wir überqueren. Links an Fahrrad-Denfeld vorbei über die kleine Brücke über die Bahn und dann durch das Industriegebiet von Bad Homburg geht es bis zur Bahnanlage und dort nach rechts bis zum Museum. Der Rückweg nach dem zweiten Museumsbesuch geht über die Brücke und die Bahngleise zur Frölingstraße. Die Frölingstraße fahren wir hoch, dann über die Urseler Straße bis in das schöne Gebiet um den Platzenberg. Unter der Bundesstraße durch am Hof Kofler vorbei verläuft der weitere Weg zurück nach Oberstedten.