{"id":2438,"date":"2017-04-14T18:16:32","date_gmt":"2017-04-14T18:16:32","guid":{"rendered":"http:\/\/oberstedten.info\/?p=2438"},"modified":"2021-05-09T09:43:31","modified_gmt":"2021-05-09T09:43:31","slug":"uralte-baeume-und-keltischer-lindenweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oberstedten.info\/?p=2438","title":{"rendered":"Uralte B\u00e4ume und keltischer Lindenweg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2459 \" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Alte-Baeume-keltischer-Lindenweg-Tour.jpg\" alt=\"Naturdenkmaeler Baeume und keltischer Lindenweg \" width=\"462\" height=\"515\" srcset=\"https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Alte-Baeume-keltischer-Lindenweg-Tour.jpg 619w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Alte-Baeume-keltischer-Lindenweg-Tour-270x300.jpg 270w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1386\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/BIKING_B-150x150.png\" alt=\"\" width=\"40\" height=\"40\" \/>16,8 km (schwer) &gt;&gt; Die Tour f\u00fchrt uns zu sechs beeindruckenden gesch\u00fctzten Naturdenkm\u00e4lern um Oberstedten herum.\u00a0Auf dem\u00a0R\u00fcckweg vom h\u00f6chsten Punkt an der Saalburg fahren wir auf dem historischen aus der Keltenzeit stammenden Lindenweg.<\/p>\n<p>Schon beim Start der Tour auf dem Parkplatz werden wir mit einem Blick auf die \u00fcber 100 Jahre alten Linden, den m\u00e4chtigen Nussbaum und andere seltene B\u00e4ume\u00a0im benachbarten Biergarten des Lokals &#8222;Tante Anna&#8220; \u00a0auf das Thema der Tour eingestimmt.<br \/>\nAls erstes Ziel\u00a0besuchen wir die alte Gerichtslinde von Mittelstedten.\u00a0\u00a0Wir fahren die Industriestra\u00dfe hoch zum &#8222;klaane H\u00f6chst&#8220;, wie die Kuppe der Mittelstedter Stra\u00dfe\u00a0bei der Waschanlage von den alten Oberstedtern genannt wird. Von hier geht es weiter bis\u00a0zur Kuppe des Oberstedter Bergs, &#8222;Gro\u00dfh\u00f6chst&#8220; genannt.\u00a0Nach links \u00fcber die Br\u00fccke der Bundesstra\u00dfe durch das Oberstedter Feld fahren wir\u00a0etwa 300 m und biegen nach rechts in den Feldweg, der uns direkt zur alten Gerichtslinde f\u00fchrt.<\/p>\n<h5>Alte Gerichtslinde von Mittelstedten<\/h5>\n<p>Alte Linden waren fr\u00fcher oft Gerichtsst\u00e4tten.\u00a0Sie standen\u00a0einzeln an besonderen\u00a0Stellen in der N\u00e4he\u00a0des Dorfes. Im Mittelalter wurde hier die Ratsversammlung und das Dorfgericht abgehalten, das unter freiem Himmel stattfinden musste.\u00a0Damals glaubte man an\u00a0magische Wirkungen der Linden und der Pl\u00e4tze, wo sie standen. Auch vor Blitzschlag sollte man unter ihnen gesch\u00fctzt sein.\u00a0Obwohl sie eine hohe Lebensdauer von mehreren hundert Jahren haben, sind angeblich tausendj\u00e4hrige Linden eher Nachpflanzungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2462\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2462\" class=\"wp-image-2462 size-medium\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Gerichtslinde-Mittelstedten-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><p id=\"caption-attachment-2462\" class=\"wp-caption-text\">Fast 500 Jahre alte Gerichtslinde des ehemaligen Dorfs Mittelstedten. Im Hintergrund die vor 40 Jahren neu gepflanzte Linde.<\/p><\/div>\n<p>Im Mittelalter gab es die Stedter D\u00f6rfer Nieder-, Mittel- und Oberstedten, wovon bis heute nur Oberstedten \u00fcbriggeblieben ist. Das Dorf Mittelstedten wurde wahrscheinlich schon lange vor dem\u00a0Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg aufgegeben. Nur die &#8222;alte Gerichtslinde im Mittelstedter Feld&#8220; zeugt noch heute vom fr\u00fcheren Dorf. Sie ist \u00fcber 400 Jahre alt, manche sprechen sogar von 900 Jahren.\u00a0Sie hatte fr\u00fcher\u00a0eine ausladende Krone\u00a0und bis heute einen m\u00e4chtigen Stamm. Zwar war sie fr\u00fcher Gerichtsplatz, aber nie Hinrichtungsplatz. Seit 1938 steht sie unter Naturschutz. Schon damals wurde der Zustand der alten Gerichtslinde beklagt, weil der Stamm morsch und halb ausgefault war, wie man es bei vielen alten Linden findet. Zudem wurden die Wurzeln\u00a0vor fast 50 Jahren bei der Verlegung von Telefonkabeln besch\u00e4digt. Um den uralten und majest\u00e4tischen Baum zu erhalten und ihm eine Verj\u00fcngung der Triebe zu erm\u00f6glichen, wurde die Krone stark reduziert. Heute ist nur noch der m\u00e4chtige Hauptstamm mit stark reduzierter Krone und\u00a0einigen neuen Trieben vorhanden. Eine neue Linde wurde vor 30 Jahren\u00a0in direkter N\u00e4he nachgepflanzt.\u00a0Unter dem Titel &#8222;Zeitenwandel&#8220; haben die Stadt Oberursel, der Regionalpark und der Kultur- und Sportf\u00f6rderverein Oberursel\u00a0einen Wettbewerb gestartet, durch den ein dauerhaftes Kunstwerk an der alten Linde installiert werden soll. Zwei K\u00fcnstler, die schon auf der Bienale in Venedig ausstellten,\u00a0haben den Wettbewerb gewonnen und wollen dem Naturdenkmal einen passenden &#8222;Rahmen&#8220; geben, der als offene Stahlkonstruktion den Baum wie eine quadratische Vitrine umrahmt. Der untere Rahmenteil soll auch zum Draufsetzen ermuntern. Dadurch k\u00f6nnen auch regelm\u00e4\u00dfige Lesungen als literarisches Projekt an der neuen Skulptur &#8222;Alte Gerichtslinde&#8220; stattfinden.<\/p>\n<p>Weiter geht es die Strecke bis zum &#8222;Gro\u00dfh\u00f6chst&#8220; zur\u00fcck und von dort an den Kieskauten vorbei zum Landwehrweg und hier den lauschigen und steilen Verbindungsweg auf den Bergweg. Den \u00fcberqueren wir und fahren durch das\u00a0Wohngebiet Eichw\u00e4ldchen \u00fcber den H\u00fchnerbergweg bis auf den Ahornweg am Waldrand. Nach links weiter kommen wir nach etwa 200 m an den alten Metzgerpfad.\u00a0Er diente fr\u00fcher den Menschen aus Anspach und dem Usinger Land als Verbindungsweg nach Oberursel, um hier w\u00e4hrend der Woche in den Fabriken am Urselbach zu arbeiten oder im Vordertaunus ihre Waren anzubieten. Wenn man den Weg bis Nach Neu-Anspach in den Stahnhainer Grund f\u00e4hrt ahnt man, wie beschwerlich dieser Weg f\u00fcr die Menschen vor 150 Jahren gewesen sein mag, die mit schwerer Last in der Nach den Weg genommen haben.\u00a0Wir fahren aber nur ein kleines St\u00fcck bis zum Frankfurter Forsthaus. Gleich am Anfang findet man links und rechts des Wegs im Wald alte H\u00fcgelgr\u00e4ber aus der Bronzezeit. Nach wenigen hundert Metern gelangen wir am Frankfurter Forsthaus zu den zwei Mammutb\u00e4umen.<\/p>\n<h5>Mammutb\u00e4ume<\/h5>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2465 alignleft\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Mammutbaum-Forsthaus1-225x300.png\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2466\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Mammutbaum-Forsthaus2-300x225.png\" alt=\"\" width=\"223\" height=\"172\" \/>Die Mammutb\u00e4ume sind von beeindruckender Gr\u00f6\u00dfe. Sie wurden 1848 gepflanzt und haben bis heute einen Stammumfang von 6 m und eine H\u00f6he von \u00fcber 40 m erreicht.\u00a0Sie k\u00f6nnen\u00a0in ihrer Heimat\u00a0Kalifornien 100 m H\u00f6he und einen Stammumfang von bis zu 27 m erreichen.\u00a0Es soll ein Exemplar geben, das schon 3400 Jahre alt ist. Die beiden Mammutb\u00e4ume haben trotz ihres vergleichsweise noch jugendlichen Alters schon eine beachtliche Gr\u00f6\u00dfe erreicht und f\u00fchlen sich hier scheinbar wohl. \u00a0Der lateinische Name &#8222;<em>Sequoia<\/em>dendron giganteum&#8220; enth\u00e4lt\u00a0den indianischen Namen eines ber\u00fchmten Schamanen aus dem Stamm der Cherokee. Diese nordamerikanischen Indianer glaubten, dass Schamanen mit Hilfe der Kraft\u00a0der mit einem Geist versehenen m\u00e4chtigen Mammutb\u00e4ume Tr\u00e4ume bei Menschen hervorrufen k\u00f6nnten,\u00a0damit sie ihr Leben \u00e4ndern und zu neuen und gro\u00dfen Taten aufbrechen. Wenn man am Fu\u00dfe\u00a0diese Naturdenkm\u00e4ler steht und die m\u00e4chtigen St\u00e4mme auf sich wirken l\u00e4sst, sp\u00fcrt man durchaus ein Gef\u00fchl der Bescheidenheit und die Kraft der Natur.<\/p>\n<h5>Luthereiche<\/h5>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2470\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Luthereiche1-300x223.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" \/>Von den Mammutb\u00e4umen geht der weitere Weg Richtung Norden bis zur Oberstedter Hardt, ein kleines St\u00fcck nach rechts und\u00a0dann nach links zu Hardertsm\u00fchle. An der Hardertsm\u00fchle vorbei weiter auf dem K\u00f6nig-Wilhelms-Weg\u00a0kreuzen wir die Elisabethenschneise und fahren dann weiter immer leicht bergauf\u00a0bis zur Luthereiche. Diese Eiche wurde am 31. Oktober 1817 gepflanzt, zum 300-j\u00e4hrigen\u00a0Jubil\u00e4um des Anschlags der 95 Thesen von Martin Luther an die Pforte der Schlosskirche in Wittenberg. Die Kurg\u00e4ste von Homburg trafen sich gerne am Plateau der Eiche, von dem aus man fr\u00fcher einen weiten Blick nach Homburg hatte. Damals im 19. Jahrhundert war der Taunusrand noch nicht bewaldet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-2476 alignleft\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Luthereiche2-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Der Stammumfang des 200 Jahre alten Baums betr\u00e4gt heute 3,5 m. Stamm und abzweigende tragende \u00c4ste sind bemoost und\u00a0verzweigen sich in eine breite Krone.\u00a0Vor dem\u00a0Naturdenkmal wurde\u00a0der Ev. Ged\u00e4chtniskirchengemeinde 2017 ein kleiner Gedenkstein aus Taunusquarzit gesetzt, der die Jahrhundertgeburtstage der Eiche und damit im Jubil\u00e4umsjahr 2017 der Reformation auch die Jahrhundertwiederkehr des Reformationsfestes darstellt.<br \/>\nWenn man den Weg weiter\u00a0f\u00e4hrt, kann man in der N\u00e4he der alten Eiche im Wald versteckt H\u00fcgelgr\u00e4ber aus der Vorzeit finden.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig- Wilhelms-Weg f\u00fchrt noch einige hundert Meter\u00a0leicht bergauf durch den duftigen Taunuswald, bis er fast eben weiter verl\u00e4uft bis zur Jupiters\u00e4ule vor der Saalburg. Von hier ist es\u00a0nur noch ein kleines St\u00fcck bis zum Landgasthof Saalburg\u00a0und\u00a0nur wenig\u00a0weiter bis zur Saalburg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2471\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Atlaszeder-Saalburg-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" \/>Atlas-Zeder und S\u00e4uleneiche<\/h5>\n<p>Bei gutem Wetter ist die Terrasse hinter dem\u00a0Landgasthof Saalburg ge\u00f6ffnet.\u00a0Hier gibt es ein gutes Glas Bier oder ein leckeres gemischtes Eis. Auch das Essen\u00a0ist sehr gut. Direkt neben dem Gasthof stehen zwei gro\u00dfe B\u00e4ume, die vor etwas mehr als 100 Jahren gepflanzt wurden und heute auch als Naturdenkm\u00e4ler gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p>Die Atlas-Zeder stammt urspr\u00fcnglich nicht\u00a0aus dem Taunus und hat auch nichts mit den Libanonzedern der Landgr\u00e4fin Elisabeth zu tun, die aus dem Homburger Schlossgarten bekannt sind. Dieses Kieferngew\u00e4chs stammt urspr\u00fcnglich aus dem nordafrikanischen Atlasgebirge und steht seit 2013 auf der roten Liste der gef\u00e4hrdeten Pflanzen.\u00a0Die Atlas-Zeder\u00a0erreicht Wuchsh\u00f6hen\u00a0bis 40 Metern, einen Stammdurchmesser von bis zu 2 Metern und ist ein immergr\u00fcner Baum.\u00a0Eine Atlas-Zeder kann bis 900 Jahre alt werden.\u00a0Zedernholz enth\u00e4lt ein\u00a0\u00d6l und verstr\u00f6mt einen angenehm Duft,\u00a0\u00e4hnlich wie\u00a0Sandelholz.\u00a0Das \u00d6l der Zeder war schon im Altertum beliebt und wird heute in aller Welt gerne zur Herstellung von Parfum genutzt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2474\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Saalburg-Pyramideneiche-Atlas-Zeder-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/>Direkt neben der Atlas-Zeder am Parkplatz vor dem Gasthof steht eine S\u00e4uleneiche, die auch als Pyramideneiche bezeichnet wird. Als S\u00e4uleneiche oder\u00a0Pyramideneiche werden verschiedene s\u00e4ulenf\u00f6rmig wachsende Sorten der Stieleiche bezeichnet, die aus einer sogenannten Knospenmutation entstanden sind.\u00a0Vergleichbar mit einer S\u00e4ulenpappel wachsen hier die Seitentriebe\u00a0straff aufrecht. Die \u00e4lteste bekannte S\u00e4uleneiche ist die &#8222;Sch\u00f6ne Eiche&#8220; bei Babenhausen und ist 570 Jahre alt. Man vermutet, dass alle heute bekannten Exemplare der S\u00e4uleneiche urspr\u00fcnglich von\u00a0der Eiche in Babenhausen\u00a0abstammen. Wegen ihrer ungew\u00f6hnlichen Kronenform und ihrer Seltenheit\u00a0ist die S\u00e4ulen- oder Pyramideneiche am\u00a0Landgasthof Saalburg\u00a0ebenfalls als Naturdenkmal gesch\u00fctzt. Die Eiche hat einen Stammumfang von fast 3 m und eine H\u00f6he von\u00a0etwa 25 m.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2478 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lindenweg-Jupitersaeule-222x300.png\" alt=\"\" width=\"222\" height=\"300\" \/>Vom Landgasthof aus fahren wir zur\u00fcck bis zur Wegegabelung an der Jupiters\u00e4ule. Als das R\u00f6merkastell Saalburg Anfang des 20. Jahrhunderts nach den Vorstellungen des Kaisers wieder errichtet worden war, stellte man als weitere Attraktion die Jupiters\u00e4ule auf. Sie ist\u00a0die Kopie eines Originals in Mainz und hat eine H\u00f6he von insgesamt 12,50 m.<br \/>\nNach der Inschrift hatten im Jahr 59 n. Chr. Mainzer B\u00fcrger die S\u00e4ule dem r\u00f6mischen Gott Jupiter zum Wohle des Kaisers Nero geweiht.\u00a0Wie bei r\u00f6mischen S\u00e4ulen \u00fcblich, war\u00a0die Jupiters\u00e4ule an der Saalburg urspr\u00fcnglich bunt\u00a0bemalt. Heute ist noch die Jupiter-Figur\u00a0vergoldet.\u00a0Die Originals\u00e4ule wurde in Mainz ausgegraben und aus vielen kleinen St\u00fccken zusammengesetzt. Sie steht heute im Landesmuseum in Mainz.<\/p>\n<h5>Keltischer Lindenweg<\/h5>\n<p>Die Jupiters\u00e4ule steht direkt in einer Wegegabelung. Von oberhalb des Taunushanges\u00a0kommt der K\u00f6nig-Wilhelms-Weg, von dem wir bergauf kamen\u00a0und trifft hier auf den &#8222;Lindenweg&#8220;, der von Oberstedten direkt zur Saalburg f\u00fchrt.\u00a0Dieser Weg ist weit mehr als 2000 Jahre alt. Er geh\u00f6rt zu einem Netz von alten keltischen Handelswegen, die keltische Siedlungen auf fast direktem Weg miteinander verbanden.\u00a0Diese\u00a0vorgeschichtlichen Handelsstra\u00dfen\u00a0kann\u00a0man heute teilweise noch nachweisen. Meist sind sie\u00a0unterbrochen durch Ortschaften, weil sich urspr\u00fcnglich kleine Siedlungen an den Wegen bildeten, die\u00a0sich bis in die heutige Zeit erhalten und zu D\u00f6rfern oder St\u00e4dten erweitert haben. Manche Altwege sind auch durch Verschleifung bei der Ackerbestellung durch Landwirte in ihrem Verlauf unterbrochen worden.<br \/>\nDer Lindenweg f\u00fchrte von H\u00f6chst, wo die Nidda in den Main m\u00fcndet fast kerzengerade bis zum Saalburgpass und von dort zu den alten Siedlungspunkten im Usinger Land. Sein Name hat nichts mit Lindenb\u00e4umen zu tun, sondern\u00a0leitet sich ab von &#8222;Linienweg&#8220;. Da der Name &#8222;Lindenweg&#8220; aber seit Jahrhunderten bekannt ist, hat ein Homburger Landgraf am Rande des Weges viele Linden anpflanzen lassen.<br \/>\nDer Lindenweg war vor 100 Jahren auch noch innerhalb von Oberstedten als Name nachweisbar (heute: Haseng\u00e4rten, Baumweg). Wahrscheinlich war er die Grundlage der alten Oberurseler Stra\u00dfe, der fr\u00fcheren Verbindung von Oberstedten nach Oberursel, die heutige Mittelstedter Stra\u00dfe.\u00a0Der Lindenweg verlief\u00a0in Oberursel durch den Maasgrund, wo er heute aber nicht mehr nachweisbar ist. Auch im Bereich des Heidegrabens vor dem ehemaligen keltischen Oppidum Goldgrube\u00a0soll eine Verbindung des Lindenwegs zur Goldgrube vor 100 Jahren noch nachweisbar gewesen sein.<br \/>\nIn der Oberh\u00f6chst\u00e4dter Waldsiedlung gibt es ebenfalls einen\u00a0alten Weg mit der \u00fcberlieferten Bezeichnung Lindenweg. Wahrscheinlich ist ein Teil einer Abzweigung vom gro\u00dfen Lindenweg zum Heidetr\u00e4nk-Oppidum\u00a0und\u00a0zielt direkt auf den Bereich des Oppidums &#8222;Alte H\u00f6fe&#8220;.<br \/>\nVom Lindenweg zweigte zwischen H\u00f6chst und Oberstedten eine andere bekannte Altstra\u00dfe ab und f\u00fchrte in das Gebiet der Wetterau, die &#8222;Weinstra\u00dfe&#8220;. Der Name dieser Altstra\u00dfe hat nichts mit Wein zu tun, sondern leitet sich ab von Wagenstra\u00dfe (Wagen &gt; W\u00e4gen&gt;w\u00e4n&gt;Wein). Die Weinstra\u00dfe f\u00fchrte durch Bommersheim und die Bad Homburger Stadtteile Gonzenheim und Obereschbach. Auf alten Karten der Landgrafschaft Homburg (z.B. Stumpf&#8217;sche Karte) sind beide Altwege noch in vollst\u00e4ndigerem Verlauf verzeichnet.<\/p>\n<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2480 size-medium\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lindenweg-Streiteiche-225x300.png\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/>Streiteiche<\/h5>\n<p>Von der Saalburg aus bis zur Jupiters\u00e4ule sind wir also schon den Lindenweg gefahren und\u00a0halten uns jetzt weiter auf ihm an der Jupiters\u00e4ule links bergab. Der Lindenweg verl\u00e4uft gleichm\u00e4\u00dfig fast schnurgerade Richtung Oberstedten. Beim lockeren Herunterradeln kommen einem leicht die vielen Menschen in den Sinn, die schon vor\u00a0mehr als zwei Jahrtausenden hier mit schwerem Gep\u00e4ck oder mit einem Wagengespann den Weg zur n\u00e4chsten keltischen Siedlung bew\u00e4ltigten.<br \/>\nNach wenigen Hundert Metern treffen wir noch am oberen Lindenweg\u00a0an der linken Seite auf eine 300 Jahre alte\u00a0m\u00e4chtige Eiche, die sogenannte &#8222;Streiteiche&#8220;. Sie ist ein ehemaliger Grenzbaum, der von Streitigkeiten um Grenzverl\u00e4ufe bei der Aufteilung der Waldgemarkungen im 18. Jahrhundert zeugt.\u00a0Das Erscheinungsbild dieses Naturdenkmals mit der weit ausladenden Krone ist beeindruckend (siehe auch gro\u00dfes Foto oben). Sie hat einen Stammumfang von fast 6 m.<\/p>\n<p>Weiter geht es auf dem Lindenweg bis in H\u00f6he von Dornholzhausen sich der Wald auf der linken Seite \u00f6ffnet und sich ein sch\u00f6ner Blick auf Bad Homburg bietet. Im weiteren Verlauf sehen wir links das alte Gest\u00fct Erlenhof. Am Ende des Gel\u00e4ndes um das Gest\u00fct knickt der Lindenweg leicht nach links ab. Wir kreuzen schr\u00e4g die Elisabethenschneise und halten uns weiter im bisherigen Verlauf bis auf den kleinen Hohlweg, dem Baumweg. Dieser sch\u00f6ne Weg f\u00fchrt bis zur Reformfachakademie und die Gotische Stra\u00dfe, die wir \u00fcberqueren.\u00a0Die Stra\u00dfe Haseng\u00e4rten\u00a0hie\u00df fr\u00fcher noch Lindenweg. Es gibt auch Altstra\u00dfenforscher, die davon ausgehen, dass der Lindenweg am Knick am Ende des Gest\u00fcts Erlenhof urspr\u00fcnglich weiter geradeaus verlief und durch das heutige Gel\u00e4nde des Oberstedter\u00a0Fu\u00dfballplatzes verlief. Der weitere Verlauf innerhalb Oberstedtens w\u00e4re dann aber unklarer.<\/p>\n<p>Durch die alten G\u00e4sschen von Oberstedten fahren wir bis zum Ausgangspunkt und Ziel unserer Tour, dem Parkplatz hinter Tante Anna.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.komoot.de\/tour\/15351928\/embed\" width=\"640\" height=\"440\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16,8 km (schwer) &gt;&gt; Die Tour f\u00fchrt uns zu sechs beeindruckenden gesch\u00fctzten Naturdenkm\u00e4lern um Oberstedten herum.\u00a0Auf dem\u00a0R\u00fcckweg vom h\u00f6chsten Punkt an der Saalburg fahren wir auf dem historischen aus der Keltenzeit stammenden Lindenweg. 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