{"id":1803,"date":"2017-02-02T20:01:28","date_gmt":"2017-02-02T20:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/oberstedten.info\/?p=1803"},"modified":"2017-04-15T07:54:48","modified_gmt":"2017-04-15T07:54:48","slug":"stein-zu-stein-tour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oberstedten.info\/?p=1803","title":{"rendered":"Stein-zu-Stein-Tour"},"content":{"rendered":"<h5>Elisabethenstein<\/h5>\n<p>Im Jahr 1821 wurde von Landgraf Friedrich VI. und seiner Ehefrau Elisabeth eine\u00a0direkte Verbindung der fr\u00fcheren landgr\u00e4flichen G\u00e4rten in Homburg mit dem Sandplacken hergestellt. Die<strong> &#8222;Elisabethenschneise&#8220;<\/strong> verl\u00e4uft etwa 5 km lang vom Gotischen Haus bis zum ehemaligen r\u00f6mischen Limes am Sandplacken. Daf\u00fcr mussten zwei Br\u00fccken \u00fcber die quer verlaufenden B\u00e4che Heuchelbach und Kaltes Wasser gebaut werden.\u00a0Eine Felsengruppe aus Taunusquarzit, die\u00a0schon \u00fcber 400 Millionen Jahre alt ist, stand dem schnurgeraden Verlauf im Weg und wurde deshalb teilweise weggesprengt.\u00a0Urspr\u00fcnglich\u00a0nannte man\u00a0die Felsgruppe &#8222;Eschbachstein&#8220;, wurde dann nach der Landgr\u00e4fin Elisabeth in <strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1805 size-medium\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/elisabethenstein2-eufinger-300x225.png\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/elisabethenstein2-eufinger-300x225.png 300w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/elisabethenstein2-eufinger-768x576.png 768w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/elisabethenstein2-eufinger.png 1024w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/elisabethenstein2-eufinger-510x382.png 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>&#8222;Elisabethenstein&#8220;<\/strong> umbenannt. Nach der teilweisen Sprengung war der markante Elisabethenstein im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel f\u00fcr die Homburger Kurg\u00e4ste, denn die Fernsicht vom Stein war damals noch frei. Er ist als <strong>Naturdenkmal<\/strong> ausgewiesen. Auf ihm wachsen seltene Flechten und\u00a0Moose, deshalb soll er nicht betreten werden. Aber seit Generationen klettern die Bad Homburger Kinder bei Spazierg\u00e4ngen mit ihren Eltern in den Taunus auf ihm herum. Als die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde das Klettern auf dem Felsen verbot, gab es eine sehr emotional gepr\u00e4gte Diskussion in Politik und Presse.\u00a0Man einigte sich dann darauf, dass der Status des Elisabethensteins als Naturdenkmal ebenso erhalten bleibt, wie die M\u00f6glichkeit, dass Kinder\u00a0auf ihm herumklettern. Denn bisher hatten die\u00a0Klettereien\u00a0den hier wachsenden\u00a0Moosen, Flechten und Farnen nicht geschadet. Allerdings sollen Kinder auf die\u00a0<strong>sch\u00fctzenswerte Flora<\/strong> aufmerksam gemacht\u00a0werden, damit sie ein Bewusstsein daf\u00fcr entwickeln und die Pflanzen auf und zwischen den Felsen nicht gesch\u00e4digt werden. Das k\u00f6nnen verantwortungsbewusste Eltern sicher leisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Zeppelinstein<\/h5>\n<p>Nachdem er 1890 schon fr\u00fch aus dem Milit\u00e4rdienst ausgeschieden war, entwickelte der W\u00fcrttemberger Ferdinand Graf von Zeppelin\u00a0in den Folgejahren ein Konzept f\u00fcr ein Luftschiff, das er 1898 zum Patent\u00a0als &#8222;lenkbares Luftfahrzeug\u201c anmeldete. Das erste Luftschiff Zeppelin (LZ 1) war 128\u00a0m lang, hatte einen Durchmesser von 11,65\u00a0m, wurde von zwei Motoren angetrieben und war lenkbar. Der Auftrieb wurde mit Wasserstoffgas erreicht, die Nutzlast war noch sehr gering.\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1840 \" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelin2-300x168.png\" width=\"212\" height=\"119\" srcset=\"https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelin2-300x168.png 300w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelin2.png 485w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/>Gro\u00dfes Interesse f\u00fcr Zeppeline\u00a0zeigte anfangs\u00a0das Milit\u00e4r. Nach\u00a0schweren R\u00fcckschl\u00e4gen entstand im Jahr 1909\u00a0ein erster Zeppelin, der f\u00fcr die Bef\u00f6rderung von Fahrg\u00e4sten kommerziell eingesetzt werden konnte.\u00a0Manche\u00a0Zeppeline wurden bei Unf\u00e4llen besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt, meistens beim Einparken in den\u00a0riesigen\u00a0Hallen, die f\u00fcr die m\u00e4chtig gro\u00dfen Zeppeline notwendig waren. Im ersten Weltkrieg wurden Zeppeline als eine Art Wunderwaffe eingesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1811\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1811\" class=\"wp-image-1811 size-medium\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelinstein-300x224.png\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelinstein-300x224.png 300w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelinstein-768x574.png 768w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelinstein-510x382.png 510w, https:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/zeppelinstein.png 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1811\" class=\"wp-caption-text\">Auf der Metallplatte steht eine lateinische Inschrift die \u00fcbersetzt lautet: &#8222;Wilhelm II., Kaiser der Deutschen, besichtigte an diesem Ort an den 8. Kalenden des Mai anno MCMX (am 22. April 1910) drei gleichzeitig aus den Wolken herabkommende (Luft-) Schiffe.&#8220;<\/p><\/div>\n<p>Im Jahr 1928\u00a0 wurde LZ 127 entwickelt, genannt &#8222;Graf Zeppelin&#8220; und\u00a0es\u00a0begann\u00a0die erfolgreichste Zeit\u00a0der Zeppeline. Sie wurden immer\u00a0gr\u00f6\u00dfer. Die\u00a0&#8222;Hindenburg&#8220; (LZ 129) hatte schon eine L\u00e4nge von 245\u00a0m und einen\u00a0Durchmesser\u00a0von bis zu\u00a041\u00a0m. Die Hindenburg\u00a0konnte schon 72 Passagiere transportieren, allerdings nur, wenn sie mit dem leichtesten aber brandgef\u00e4hrlichen Wasserstoffgas bef\u00fcllt war. Und so\u00a0fing am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst\/USA das Heck\u00a0der &#8222;Hindenburg&#8220;\u00a0Feuer\u00a0und der Zeppelin vergl\u00fchte mit seiner gef\u00e4hrlichen Wasserstoff-Gasf\u00fcllung in wenigen Sekunden auf dem Landefeld. Das war das Ende der glorreichen Zeit der Zeppeline, weil jetzt niemand mehr den Bau weiterer Luftschiffe finanzieren wollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber im Jahr 1910 stand man noch am Anfang der Zeit der Luftschiffe und blickte stolz auf eine damals neue Technik. Kaiser Wilhelm II. war oft in Bad Homburg und nahm am 22. April 1910 am Rande von Bad Homburg eine<strong> Luftschiffparade<\/strong> ab. Damals trafen sich drei Luftschifftypen\u00a0bei Bad Homburg, die der Kaiser pers\u00f6nlich auf ihre Tauglichkeit vergleichen wollte.\u00a0Es kam ein Milit\u00e4rluftschiff mit weicher H\u00fclle, ein halbstarres Luftschiff und der\u00a0Zeppelin Z II von Graf Zeppelin, der eine neue starre Konstruktion hatte. Diese drei Luftschiffe\u00a0veranstalteten einen\u00a0Tauglichkeitswettbewerb von K\u00f6ln nach\u00a0Bad Homburg, wo sie bei ihrer Ankunft auf dem<strong> &#8222;Homburger Luftschifftag&#8220;<\/strong> vom Kaiser und seiner Gattin und\u00a0einer sehr gro\u00dfen Zahl von Zuschauern auf dem Feld au\u00dferhalb Bad Homburgs erwartet und bestaunt wurden. Im Jahr 1911 wurde auf dem freien Feld an der Stelle, an der Kaiser Wilhelm II. bei der Luftschiffparade gestanden hatte, der <strong>Zeppelinstein als stolzes Denkmal<\/strong> errichtet. Der gro\u00dfe <strong>Granitblock wurde von Nordhang des Herzberges<\/strong> geholt und\u00a0mit einer schweren Metallplatte mit einer Inschrift zum Gedenken an das gro\u00dfe Ereignis versehen.<\/p>\n<p>Als Kinder machten wir uns gerne ins Feld zum Zeppelinstein auf, um ihn zu erklettern.\u00a0Damals stand er noch einsam im Feld und von seiner Spitze aus, die <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1814 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/IMG_20170201_142047-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>uns Kindern unglaublich hoch vorkam, konnte man die wuselnden Feldm\u00e4use und Hamster im Feld beobachten. Im Laufe der Zeit\u00a0r\u00fcckte die Bebauung immer n\u00e4her an den Zeppelinstein heran, bis er irgendwann umschlossen vom Homburger Betriebshof auf einer kleinen\u00a0Wiesenfl\u00e4che mit ein paar Sitzb\u00e4nken nur noch ein armseliges Dasein fristete. Eine geplante<strong> Umlegung des Zeppelinsteins<\/strong> etwa 400 m s\u00fcdwestlich in das freie Feld wurde erst abgelehnt, sp\u00e4ter aber durch den Petitionsausschuss des hessischen Landtags doch noch genehmigt. Er wurde an den Eingang der Regionalparkroute an den Kronenhof\u00a0verlegt, dessen Lokal und Brauhaus in Erinnerung an das Ereignis &#8222;Graf Zeppelin&#8220; genannt wurde. Allerdings verlor\u00a0der Zeppelinstein\u00a0durch die Umlegung seinen Status als Kulturdenkmal, weil er nicht mehr an der originalen Stelle stand. Allerdings steht er heute an der Stelle, an der damals die Luftschiffe angelegt hatten. Noch heute ist er ein Denkmal f\u00fcr fr\u00fchere gro\u00dfe kaiserliche Zeiten in Bad Homburg und den Beginn der Luftfahrttechnik.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1386 alignnone\" src=\"http:\/\/oberstedten.info\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/BIKING_B-150x150.png\" alt=\"\" width=\"41\" height=\"41\" \/>\u00a0ca. 13,3 km \u00bb Wir beginnen die Stein-zu-Stein-Tour am Parkplatz der Taunushalle. Durch die G\u00e4rten geht es zum Furtweg, die Obeliskenschneise hoch bis zum K\u00f6nig-Wilhelms-Weg, dann rechts bis zur Elisabethenschneise. Jetzt fahren wir die Schneise hoch bis zum Elisabethenstein als erstes Etappenziel. Man bekommt ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Ver\u00e4nderungskr\u00e4fte der Natur, wenn man sich klar macht, dass hier vor nur 150 Jahren noch eine v\u00f6llig freie Sicht in das Taunusvorland herrschte.<br \/>\nVon dort fahren wir die Elisabethenschneise\u00a0ganz runter, am Gotischen Haus vorbei, dann ein St\u00fcck die Tannenwaldallee bis zur kleinen Br\u00fccke \u00fcber die Bundesstra\u00dfe.\u00a0Jetzt fahren wir parallel zur Bundesstra\u00dfe Richtung S\u00fcden bis zum Weinbergweg, den wir dann\u00a0Richtung Platzenberg\u00a0befahren, an den\u00a0drei ehemaligen M\u00fchlen vorbei \u00fcber den sch\u00f6nen Platzenberg bis an den Bommersheimer Weg. Dort treffen der obere Dornbach (&#8222;Kaltes Wasser&#8220;) aus Oberstedten und der untere Dornbach zusammen und flie\u00dfen als Dornbach weiter bis zum Erlenbach. Von hier fahren wir nach rechts bis zur Central Garage. Dort biegen wir in den Niederstedter\u00a0Weg ein, fahren \u00fcber die gro\u00dfe Kreuzung an der Urseler Stra\u00dfe, links an Fahrrad Denfeld vorbei \u00fcber die kleine Eisenbahnbr\u00fccke und\u00a0danach rechts unter der Zeppelinstra\u00dfe durch und dann nach links parallel zur Zeppelinstra\u00dfe zum Kronenhof. Hier finden wir im Eingangsbereich am Parkplatz den Zeppelinstein. Der Kronenhof hat als &#8222;Homburger Brauhaus&#8220; in seinem Lokal &#8222;Graf Zeppelin&#8220; ein sehr leckeres selbst gebrautes Bier, das fast so gut schmeckt, wie das Bier von unserem\u00a0Oberurseler Brauhaus (wie die Oberurseler sagen&#8230;). Das kann man ja mal testen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck fahren wir die gleiche Strecke bis zur Central Garage, \u00fcberqueren dann aber\u00a0hinter dem\u00a0Automuseum die Zeppelinstra\u00dfe und fahren durch das Niederstedter-\u00a0und Mittelstedter Feld bis nach Oberstedten. Nach der Br\u00fccke \u00fcber die Bundesstra\u00dfe fahren wir geradeaus weiter am Stedter &#8222;H\u00f6chst&#8220; entlang bis zum Landwehrweg\u00a0und den weiter\u00a0bis zur\u00a0Hauptstra\u00dfe.\u00a0Nach \u00dcberqueren der Hauptstra\u00dfe sind wir schon fast am\u00a0Parkplatz an der Taunushalle.\u00a0Nach dieser Tour vertr\u00e4gt man sicher auch noch ein\u00a0&#8222;Kloster Andechs&#8220;\u00a0Bier im Lokal &#8222;Taunusblick&#8220;.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.komoot.de\/tour\/14147757\/embed\" width=\"640\" height=\"440\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elisabethenstein Im Jahr 1821 wurde von Landgraf Friedrich VI. und seiner Ehefrau Elisabeth eine\u00a0direkte Verbindung der fr\u00fcheren landgr\u00e4flichen G\u00e4rten in Homburg mit dem Sandplacken hergestellt. 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